Hundebesitzer haben Angst vor vergifteten Ködern in 23562 Lübeck

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Schatti
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Beigetreten: 10.12.2006 - 00:00

Mettbällchen am Wakenitzufer lösten gestern Aufregung unter Hundehaltern aus: Die Tierbesitzer befürchten, dass das Fleisch vergiftet wurde. Die Polizei ermittelt.

Ein gemütlicher Spaziergang mit ihren vierbeinigen Freunden nahm für zwei Lübeckerinnen eine unerfreuliche Wendung: Gegen 17 Uhr waren die beiden Frauen am Mittwoch mit ihren Bearded Collies am Wakenitzufer zwischen Gartengang und Goldberg unterwegs gewesen, als rohe Hackfleischbällchen auf dem Weg plötzlich die Aufmerksamkeit der Tiere auf sich zogen. Ehe die Halterinnen reagieren konnten, war es schon zu spät: Kaum hatten die Hunde das überraschende Fressen entdeckt, war es auch schon in ihren Mägen verschwunden.

Sofort machten sich in den Köpfen der Spaziergängerinnen ungute Gedanken breit: Hatte ein Hundehasser die Mettbällchen als Köder ausgelegt? War das Fleisch vergiftet worden? Die beiden Frauen fuhren mit ihren Bearded Collies direkt zum Tierarzt, der die Hunde zum Erbrechen brachte, bevor eventuelle Schadstoffe den Tieren ein Leid zufügen konnten.

Als sie sicher waren, dass es ihren Vierbeinern gut ging, alarmierten die Hundehalterinnen die Polizei und erstatteten Anzeige gegen unbekannt. Beamte suchten gestern den Wanderweg nach weiteren Funden ab. Mindestens ein weiteres Hackbällchen wurde sichergestellt; dieses wird nun vom Landeskriminalamt auf mögliche Giftstoffe untersucht.

Weitere Hundehalter reagierten entsetzt, als sie von den Ereignissen hörten. „Ich glaube nicht, dass die beiden überreagiert haben“, sagte eine 65-jährige Lübeckerin, die mit ihrem Jack Russell Terrier an der Wakenitz entlang spazierte. „Es wäre ja nicht das erste Mal, dass jemand vergiftetes Fleisch auslegt. Das macht mir schon Angst.“ Für den kleinen braunen Hund bedeutete die beunruhigende Nachricht zunächst das Ende seiner lustigen Stöberei im Gebüsch: Sein Frauchen nahm ihn sofort an die Leine, um ihn und eventuelle Funde fortan genau im Auge zu haben. Eine befreundete Hundehalterin tat es ihr gleich: Auch ihr Tier durfte seinem Zweibeiner fortan nicht mehr von der Seite weichen. Ihr fassungsloser Kommentar: „Einfach schrecklich.“

„Wenn man so etwas hört, schaut man natürlich die ganze Zeit auf den Boden, ob da etwas liegt“, gab auch Sebastian Sosnowski (27) zu, dass die Ereignisse ihn nicht unberührt ließen. Zusammen mit Huskymischling „Kati“ (7) war er gestern ebenfalls am Flussufer unterwegs. Der „Schock-Effekt“ sei allerdings kaum noch gegeben, zeigte sich der Hundehalter realistisch, „eine derartige Tat wäre ja nicht neu“. Die Polizei warnt Hundehalter, ihre Tiere genau zu beobachten: Solange kein abschließendes Untersuchungsergebnis vorliege, sollten sie besonders aufpassen, dass die Hunde keine gefundene Nahrung zu sich nehmen.

Quelle

Viele Grüße Jörg

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